Teufelswerk Gentechnik? Inquisition 2.0

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Nachdem ich heute einen interessanten Artikel bei psiram gelesen habe, hab ich mir mal Gedanken über die systematische Verteufelung der Gentechnik gemacht. Es ist mal wieder ein ziemlich umfangreiches Thema. Die Panik davor hat – wie immer – mit Angst vor etwas unbekannten zu tun. Deshalb sehen wir uns einfach mal die Argumente der Kritiker an…

Es gibt viele bekannte Gegner der Gentechnik. Darunter auch Greenpeace. Wie man an diesem Artikel (Artikel offline, aber weitere verfügbar) erkennen kann, versteckt Greenpeace seine Quellen recht gut und hält es wohl nicht für nötig, die Quellen zu pflegen. Die meisten sind nämlich nicht erreichbar. Ich habe keine Ahnung, wer denn diese Wissenschaftler sein sollen. Das ganze erschwert einem die Recherche schon so ziemlich… Desweiteren verwendet Greenpeace mindestens eine Studie, die beträchtliche Mängel aufweist. Ich werde allerdings keine wissenschaftliche Abhandlung darüber schreiben, denn dazu fehlt mir einfach das Fachwissen. Man mag mir das zwar später vorwerfen, doch der gleiche Mangel an Fachwissen dürfte für entsprechende Organisationen ebenfalls gelten. Meine “Analyse” bezieht sich eher auf die Logik hinter den Argumenten. Kommen wir zu den Argumenten, die Gegner gerne aufbringen.

Genmanipulation: Veraltet und unberechenbar

Greenpeace zufolge würden “im Gegensatz zur Züchtung natürliche Grenzen ignoriert und natürliche Abläufe in der Pflanze massiv verändert.” Angeblich seien die Ergebnisse bei Veränderungen des Erbguts unkontrollierbar. Durch die Schrotschuss-Methodik kämen Gene in Teile des Organismus, bei denen man nicht wüsste, was sie bewirken könnten.

Meinen Informationen nach zu urteilen, scheint tatsächlich eine sogenannte “Schrotschuss-Methodik” üblich zu sein. Doch die Annahme, dass sich die Auswirkungen nicht kontrollieren ließen, ist schlicht falsch. Im Gegensatz zu gewissen anderen Personenkreisen, ist man bei der Entwicklung neuer Gen-Pflanzen darauf bedacht, jedwede Veränderung genau zu verzeichnen. Hierbei werden gezielt bestimmte Gene “ausgeschaltet” und die Auswirkungen danach genau protokolliert. Immerhin wollen Unternehmen wie Monsanto damit Geld verdienen. Wenn die aber jedesmal von vorne forschen müssen um Nachschub zu liefern, dann wäre das wohl kaum wirtschaftlich. Abgesehen davon wollen sicherlich auch Forscher aus aller Welt wissen, wie man auf diese Ergebnisse kommt. Das ist ähnlich einem Bauplan für Möbel: Niemand will rohes Holz geliefert bekommen mit dem Spruch “Schnitz dir deinen Schrank doch selber!”. Die exakte Arbeitsweise der DNA und RNA kann mittlerweile überall nachgelesen werden. Entsprechende Links findet Ihr unten. Die Funktion zu erklären sprengt leider den Rahmen dieses Blogs und auch den Rahmen meiner Kenntnisse über dieses Thema. 😉 Ab diesem Punkt dürfen die Gegner nun gerne ihre Mistgabeln aus dem Schuppen holen. :mrgreen:

Gen-Pflanzen: Neue Probleme statt Lösungen

Gentechnisch veränderte Pflanzen verursachen nach Meinung von Greenpeace die Entwicklung diverser Resistenzen bei Unkräutern und Schädlingen. Diese Schädlinge breiten sich unkontrolliert aus und so weiter..

Muss ich darauf großartig eingehen? Wann bitteschön bildet Leben keine Resistenzen gegen Bedrohungen? Seit zig Jahrtausenden werden Pflanzen gezüchtet und gezielt darauf getrimmt, gegen irgendetwas resistent zu sein und dabei sogar ertragreicher zu sein. Nur dummerweise passen sich Schädlinge daran an. Denen ist es egal, ob es sich um gentechnisch veränderte Pflanzen handelt oder klassische Züchtung. Das nennt man im allgemeinen “Evolution”. Sicherlich trifft es beim versprühen von Giften auch unschuldige Insekten. Aber das passiert bei den klassischen Anbaumethoden ebenfalls. Um das zu verhindern müssten wir vollständig auf’s Anbauen verzichten und uns Beeren und Kräutern zuwenden. Konz lässt grüßen.

Gefahren für die Gesundheit

Hier kommen wir zum interessanten Teil. Greenpeace verweist auf mehrere Studien, die die Schädlichkeit von Gentechnik nachweisen sollen.

Die französische Pfuscherstudie kennen wir ja mittlerweile. Die hab ich Anfangs schon dargestellt. Wenn jemand genauere Informationen zu den im Greenpeace-Artikel genannten Studien hat, dann bitte Link im Kommentarbereich. Mir ist jedenfalls keine ernst zu nehmende Studie bekannt, die der Gentechnik explizit Schädlichkeit attestiert. Kommt mir im übrigen aus anderen Bereichen bekannt vor. Zum Beispiel Homöopathie. 😉

Genpflanzen außer Rand und Band

Genpflanzen verbreiten sich unkontrolliert und kennen keine Grenzen usw.

Ok, jetzt kommen wieder die 08/15 Totschlag-Argumente. Nennt mir eine Pflanze, das sich an Begrenzungen hält. Ist es etwa bei klassischen Züchtungen anders? Wohl kaum… Dieses Argument richtet sich eher gegen das Unternehmen, das die Genpflanzen verkauft. Diese haben Patente auf bestimmte Gene – was ich sowieso für komplette Idiotie halte – und ebendiese Patente richten Bauern zugrunde. Das gleiche passiert bei Software und sonstigen Produkten und ist nicht auf die Gentechnik beschränkt. Die Lösung ist aber nicht der Verbot der Gentechnik, sondern eine Änderung im Patentwesen. Vor allem im amerikanischen. Die Quellenangaben für den Greenpeace Artikel befinden sich gut versteckt in der unten angehängten PDF Datei. Bedauerlicherweise sind die meisten unerreichbar. Wirklich kümmern scheint das niemanden…

Leider lassen viele Gegner keine vernünftige Diskussion zu. Statt gültige Belege vorzulegen, beschränkt man sich lieber auf uralte Vorwürfe, die bereits mehrfach widerlegt wurden oder einfach nur das Ziel haben entsprechende Personenkreise zu diskreditieren. Argumente sucht man vergebens. Es gäbe durchaus Anstöße zur Diskussion durch Befürworter und diversen Wissenschaftlern. Nur unglücklicherweise gab es kaum ein entgegenkommen seitens der Gegner. Grüne Gentechnik hat das realistische Potential, gegenwärtige und zukünftige Probleme des Anbaus zu umgehen.

Wer mehr über das Thema Gentechnik wissen will und sich dabei nicht von blinden Hetzrufen stören lassen will, kann sich folgende Links ansehen:
Greenpeace und die Angst vor Gentechnik
[Abschaffung HannoverGEN] (http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/grune-gentechnik/2013-02-21/sch-lerlabor-hannovergen-soll-sterben-f-r-ein-gentechnikfreies-niedersachsen)
Entschuldigung eines ehemaligen Gentechnik Gegners
Der Gentechnische Sündenbock
Gentechnik ist nicht böse
10 Gründe für grüne Gentechnik
Appel an Gegner
Gentechnik
Gen


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