Grenznah ohne Sprachkenntnisse

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Es gibt viele grenznahe Städte in Deutschland. Auf der einen Seite haben wir die westlichen Staaten wir Frankreich, Belgien, Schweiz und so weiter. Im grenznahen Bereich liegen deutsche Städte wie Aachen und Saarbrücken. Sprachliche Barrieren dürften in dem Bereich mittlerweile eher gering sein, da sich Englisch in westlichen Staaten ziemlich stark verbreitet hat. Ansonsten kann man sich mit Französisch oder Italienisch gerade noch so aushelfen. Aber wie sieht es denn auf der anderen Seite aus?

Auf “meiner Seite” Deutschlands liegen Staaten wie Polen, Tschechien und Österreich. Mit österreichisch dürfte theoretisch niemand ein Problem haben, Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel. Während viele ältere Leute aus der ehemaligen DDR noch Russisch als Unterrichtsfach hatten(?), dürften Konversationen zwischen Polen, Tschechen und Deutschen in den neuen Bundesländern eher weniger problematisch sein. Bei der jüngeren Generation ist dies sicherlich fragwürdig. Anders allerdings in den alten Bundesländern. Zum Beispiel in Bayern die Kleinstadt Passau. Passau liegt an der Grenze zu Österreich. Wie bereits Anfangs erwähnt, ist das österreichische normalerweise kein Problem. Zwar nicht direkt angrenzend, aber doch schon verdammt nah, ist die Tschechische Republik. Täglich erscheinen in Passau tschechische Touristen und/oder tschechische Kunden, die ihren Großeinkauf hier tätigen. Gleiches übrigens auch umgekehrt: Passauer in Tschechien… leider oft auch aus anderen “Beweg”gründen. Bedenkt man die Regelmäßigkeit der Kontakte zu Tschechen, dann sollte man meinen, dass tschechisch ein Zusatzkurs in der Schule sein sollte. Es wäre zumindest ein vernünftiger und wohl wichtiger Schritt. Allein schon zur Förderung des kulturellen Austausches.

Ich selbst habe einen Anfängerkurs im tschechischen absolviert und einige Monate in Budweis verbracht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es lohnt sich definitiv. Ich erlebte die Tschechen als locker, etwas zurückhaltend und doch irgendwo lebensfroh. Sie sind (in der Regel) höflich und gehen einem auch nicht ständig auf den Sack (was man von so einigen Bauerntrampel im Passauer Landkreis nicht behaupten kann.. anderes Thema). Alles in allem habe ich überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Budweis Im Normalfall werden zusätzliche Sprachen bei Freunden oder wenigstens bei potentiellen Arbeitgebern oder bei Politikern gerne gesehen. Aber stattdessen durfte ich mir dumme Sprüche anhören á la: “Was willst’n mit Tschechisch?”. Nicht nur einmal und nicht nur von Freunden. Da war nämlich auch ein Mitglied einer bekannten Partei. Alles, was den Leuten zu Tschechien sonst so eingefallen ist, waren tschechische Nutten, billig einkaufen und im Falle von Budweis: BIER! Kaum jemand sprach die Kultur oder wenigstens das gute Essen an. Bisher interessierte niemanden, was man in Budweis so alles sehen und erleben kann. Schade eigentlich. Kultureller Austausch sieht anders aus. Offenheit gegenüber ein Nachbarland ebenfalls.

Warum gibt es an Passauer Schulen keine Tschechisch Kurse? Die einzig mir bekannten Kursangebote kommen von der VHS und evtl. von der Universität. Grund- und Hauptschulen bieten sowas meines Wissens nicht an. Das wäre ein wichtiger Punkt auf der Liste der versäumten Chancen von Passau. Kennt Ihr auch Orte, in denen solche Chancen verpennt wurden oder immer noch verpennt werden?


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