PaWo und die Zensurgnome

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Erster Beitrag aus der Rubrik: Lynchmob in Aktion! Die Passauer Woche – auch bekannt als der klägliche Versuch, die BILD nachzuahmen – veröffentlichte vor kurzem einen Artikel von einem ihrer Mitarbeiter über die böse Facebook-Zensur. In dem Artikel lässt sich der werte Herr genüsslich über Facebook aus, das angeblich völlig unmotiviert seinen Beitrag gesperrt haben soll. Bei seinem Beitrag auf Facebook handelte es sich um eine Pressemeldung bezüglich eines Fahndungsaufrufes.

Fahndungsaufrufe sind an sich eine gute Sache. Sie unterstützen die Polizei durch wertvolle Hinweise aus der Bevölkerung. Bis vor einigen Jahren wurden solche Aufrufe überwiegend über Radio und Fernsehen getätigt, zum Teil aber auch über die lokale Zeitung. Heutzutage allerdings laufen solche Fahndungen gerne über das Internet. Dabei sind soziale Netzwerke wie Facebook eine große Hilfe. Hiermit erreicht man deutlich mehr Menschen, als mit den klassischen Medien. Liegt wohl daran, dass kaum mehr jemand freiwillig den Fernseher einschaltet… gehört hier aber nicht hin. Ok, wie es sich heutzutage gehört, hat der Redakteur der PaWo den Fahndungsaufruf auf Facebook gepostet um möglichst viele Leute zu erreichen. Schon nach kurzer Zeit häuften sich die Kommentare. Ein ganz normaler Vorgang. Bis hier hin…

Als er das nächste mal auf Facebook nachsehen wollte, konnte sich der arme PaWo Mitarbeiter plötzlich nicht mehr einloggen. Erst auf dem Desktop sah er woran das lag: Sein Account wurde vorübergehend durch Facebook gesperrt, denn er habe gegen irgendwelche Regelungen verstoßen. Wie die ganze Geschichte aussieht, könnt Ihr hier weiterlesen: PaWo Meldung Hier lästert er recht hübsch über eine mögliche Zensur.

Meine Meinung: Von Zensur lässt sich schwer sprechen. Facebook wird wohl kaum die Zeit haben, um einen kleinen eher unbedeutenden Redakteur aus den tiefen des bayerischen Waldes auf den Sack zu gehen. Dass Facebook viele Fehler macht steht außer Frage. Das dürfte bereits eine weit bekannte Tatsache sein. Dennoch glaube ich kaum, dass Herr Zuckerberg sowas absichtlich macht. Ebenfalls bezweifle ich eine etwaige Bilderkennungssoftware, die auf magische Weise die Aufschrift auf dem T-Shirt der Glatze erkannt haben soll. Was ich eher vermute: Wahrscheinlich haben einige Witzbolde auf den Melden Button geklickt. Das kommt relativ häufig vor und betrifft oftmals auch größere, weitaus bedeutendere Medien. Kaum eine dieser größeren Medien hält es für nötig, Hetze gegen Facebook zu betreiben. Also zumindest nicht mehr als sonst…

Vielleicht sollte man die Menge an Stammtischsprüchen innerhalb der Zeitung reduzieren. Dann wäre nämlich das Risiko einer Sperre durch besoffene Stammtischwoidler* deutlich geringer. Denn sobald sich diese Typen in Rage gequatscht haben, folgt eine Aktionswut die meist nicht gut ausgeht. Andererseits: Wäre ich Zuckerberg, hätte ich die PaWo wohl auch gesperrt… Just for fun.

UPDATE: Gerade erst entdeckt, aber schon länger online: bürgerblick.de

Anscheinend war’s ein Student, der die Seite gemeldet hat. Grund: Hassrede usw. Zumindest hat die PaWo es zugelassen, dass sich die Stammtischochsen gegenseitig in Hetzreden überbieten. Wie üblich… *Woidler = (Ober)Bairisch für: Ureinwohner des bayerischen Waldes. Auch als Sammelbezeichnung für Niederbayern gebräuchlich.


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