Dürre und Spekulationen: Echte Fakten künftig nur für Außenseiter?

Teilen
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ (Eigenschreibweise – Kurz: DWN) dürften mittlerweile allen ein Begriff sein. Regelmäßig glänzen sie in aufreißerischen Beitragstitel und sorgen mit wilden Thesen für die – in ihren Augen – „richtige“ Stimmung. Nichts gegen reißerische Titel, ich mache es nicht anders, doch wenigstens sollten die Informationen stimmen…

Sehen wir sie uns an.

Im neuesten Beitrag berichtet DWN von einer „massiven Spaltung der Welt“, die uns alle bedroht. Naturkatastrophen und Finanzspekulationen ließen Preise explodieren und nur „Feudal-Eliten“ könnten sich „natürliches Essen“ leisten. Der Rest der Menschheit soll sich mit „Fressen aus dem Computer“ abgeben. Oh und alle Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Denn „große Finanz-Investoren“ stecken ihr Geld in Projekte, die zwar die Nahrungsknappheit lösen könnten, aber – was auch sonst – die bösen Investoren voll reich machen und so.

Einer anfänglichen stimmungsmachenden Beschreibung katastrophaler Zustände folgend, nennen Sie einige Unternehmen und Projekte, die offenbar zu den Helfershelfern hinter einer groß angelegten Verschwörung der „Finanz-Elite“ gegen die gesamte Menschheit sein sollen.

Ganze 350 Millionen Dollar sollen 2012 in junge Start-Ups geflossen sein, woher diese Zahl stammt wird nicht erwähnt, deren Wahrheitsgehalt kann daher auch nicht ergründet werden. Sie nennen drei, die unter anderen zu den von der „Finanz-Elite“ finanzierten Unternehmen gehören sollen: Hampton Creek Foods, Beyond Meat und Modern Meadow. Diese Unternehmen arbeiten an Produkten, die nicht auf die üblichen Zutaten angewiesen sind. Modern Meadow arbeitet dabei mit Stammzellen und 3D-Drucker, Beyond Meat und Creek Food dagegen setzen eher auf pflanzlichen Inhaltsstoffe. Sicherlich gibt es vermögende Leute, die Geld in diese Projekte investieren. Die Frage ist nur, wer die Entwicklung sonst finanzieren sollte? Würde DWN oder deren Leser das Geld bereitstellen?

Außerdem wird „Foodini“, ein 3D-Drucker für Zuhause entwickelt. DWN nach würde in dieses Gerät „massiv investiert“. Eine kurze Suche per Google ergibt allerdings nur ein Kickstarterprojekt, das noch lange nicht am Investitionsminimum angekommen ist. Wo ist die „Finanz-Elite“, die dieses Projekt pusht?

Was an diesen Projekten nun verwerflich sein soll ist nicht ersichtlich. Immerhin mindert diese Entwicklung das Leid von Tieren, verringert den Schadstoffausstoß und schont unsere Ressourcen. Wie DWN durchaus richtig bemerkt, werden viele Ackerflächen durch Pestizide geschädigt (und erzählt etwas von einer nicht näher benannten Studie). Zwar ist das nicht der einzige Grund für den Mangel an Anbauflächen, denn auch Umweltschäden durch CO² und falscher bzw. einseitiger Anbaumethoden trägt zu dieser Entwicklung bei. Doch bei dieser Gelegenheit schwenkt DWN wieder zum Urvater allen bösen: Monsanto. Eine Anspielung auf die „böse Gentechnik“, die nach Meinung diverser vorurteilsbehafteter Personen für absolut alles und jeden schädlich sein soll.

Tatsache ist, dass jede Anbaumethode Pestizide verwendet und die Menge von angebauten Saatgut, sowie von den Bauern abhängt. Was hinter dem Argument „Gentechnik braucht mehr Pestizide“ steckt, kann man hier nachlesen: Gentech-Fragen: Mehr Pestizide, mehr Gefahren, weniger Erträge durch Gentechnik?

Als „Alternative“ nennt DWN ein Projekt in Uruguay. Dabei soll es auch ohne Monsanto funktionieren. Hinter dem Projekt steckt ein ehemaliger Leiter einer Friseurkette. Selbst dieses Projekt wird nach Angaben der DWN von Investoren gesponsort, unter anderem durch Aktien und lokale Firmen. Was diese Investoren nun besser macht, als die bösen „Finanz-Eliten“ bleibt wiederum offen.

Alles in allem glänzt der Artikel in Meinungsmache, einseitiger Berichterstattung und Hetze, wie wir es bereits von anderen Medien und Organisationen gewöhnt sind. Wie bereits erwähnt ist absolut nicht ersichtlich, was an der Entwicklung von alternativen Nahrungsmitteln schlimm sein soll. Vor allem, wenn diese Projekte den glücklichen Nebeneffekt haben, das Leid von Tieren zu lindern, sowie das Potential mitbringen, den Hunger der Welt zu stillen. Teilweise wenigstens. Abgesehen von der eher fragwürdigen Wortwahl der DWN…

Zur weiteren Information:
Diverse Beiträge zu Gentechnik von Martin Ballaschk
Die Mitglieder der großen bösen NWO: Forum Grüne Vernunft

Artikel der DWN


Teilen
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.